Die nächste Head-up-Display-Generation

Der Automobilzulieferer Continental und der führende Waveguide Entwickeler DigiLens entwickeln momentan das HUD der Zukunft. Die innovative Technologie ist wesentlich kleiner und effizienter als herkömmliche HUD-Systeme und hat das Potenzial den gesamten Markt zu revolutionieren.

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Head-up Displays (HUD) sind vor allem bekannt durch Computer-Spiele, die alle wichtigen Informationen direkt auf dem Bildschirm anzeigen. Seit den 1990er Jahren wird dieses System aber auch von Piloten genutzt, insbesondere im militärischen Bereich. Daher kommt auch der Name. Denn dank des HUDs erhalten die Piloten alle relevanten Daten ohne den Kopf drehen zu müssen. Dadurch können sie den Kopf aufrecht, also „up“ halten und sich ganz auf den Flug konzentrieren. In den letzten Jahren wurde das System vermehrt auch in anderen Sektoren implementiert und ist heute größtenteils in der zivilen Luftfahrt und der Automobil-Industrie zu finden.

Continental trifft DigiLens

Ein gutes Beispiel für die jüngsten Errungenschaften im Bereich HUDs ist die Kooperation des führenden „holographic waveguide projection technology“- Anbieters DigiLens aus dem Silicon-Valley und dem weltweit agierenden Automobilzulieferer Continental AG. Seit 2016 sind die beiden Unternehmen Partner und entwickeln zusammen eine innovative neue HUD-Technologie auf der Basis von speziellen Lichtwellenleitern. Diese beugen das Licht direkt, wodurch der notwendige Raum für die Installation im Vergleich zu herkömmliche HUDs drastisch verkleinert wird. Der entscheidende Vorteil entsteht durch die Wellenleiter, die kleiner und effizienter sind als die sonst üblichen Spiegel und Linsen.

„Durch die Verkleinerung der Größe des Head-up Displays, hat die Waveguide-Technologie wirklich die Möglichkeit den Markt zu revolutionieren“,

sagt Thorsten-Alexander Kern, Leiter der HUD-Produktentwicklung bei Continental.

Kein Innovatives Design ohne Druck

Ein Highlight des neuen HUD-Systems ist der verwendete Druckprozess. Schaltbare Bragg-Gitter werden mittels Inkjet-Druck und einem eigens entwickelten holografischen Photopolymers direkt auf die Wellenleiter gebracht. Diese diffraktiven Strukturen beugen, formen und vergrößern das Licht, das aus einem winzigen Projektor und einem LED-Modul eingespeist wird, direkt auf die Windschutzscheibe und erzeugen das gewünschte Bild. Grundlage dafür ist die Lichtdurchlässigkeit der Bragg-Gitter, die sich in Millisekunden umschalten lässt. Zusätzlich gibt es Wellenleiter für rotes, grünes und blaues Licht, die eine freie farbliche Gestaltung der Elemente ermöglichen. Dieses spezielle Druckverfahren reduziert außerdem die Herstellungskosten im Vergleich zu herkömmlichen Methoden für siliziumbasierte Lichtwellenleiter, wie z. B. dem Ätzverfahren.

Hinter dem Horizont

Das gemeinsame Ziel von Continental und DigiLens ist es, bis 2020 in Massenproduktionen gehen zu können. Aber es gibt bereits Zukunftspläne. Das neue HUD soll auch in Motorad- und Pilotenhelmen eingesetzt werden, und dort alle wichtigen Informationen wie z. B. Warnungen direkt im Visier anzeigen.

„Ausgehend von der Waveguide-Technologie, sehen wir ein enormes Potential für Augmented Reality basierte Head-up Displays. Auch für den breiten Markt“,

sagt Kern.

Würdet ihr so ein HUD in eurem Fahrzeug verwenden? Denkt ihr, dass es hilfreich ist oder sogar für mehr Ablenkung sorgt als die herkömmlichen Instrumentenanzeigen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!