Print Media Technologies: Für wen der Studiengang interessant ist
Interview mit Volker Jansen und Gunter Hübner

2018 hat die Hochschule der Medien Stuttgart den englischsprachigen Studiengang „Print Media Technologies“ ins Leben gerufen, um jungen Interessenten eine praxisorientierte Ausbildung als Einstieg in die globalisierte Druckbranche zu bieten.

Titelbild: © Hochschule der Medien Stuttgart

Wie ihr wisst, liegt uns als drupa die komplette Druckbranche am Herzen. Vom alteingesessenen Industrieveteranen bis hin zum Tech-Start-Up bieten wir der gesamten Printindustrie mit unserer Fachmesse eine Plattform und engagieren uns darüber hinaus in vielen Bereichen. Und damit dies weiterhin Bestand haben kann, engagieren wir uns seit vielen Jahren in der Nachwuchsförderung, z. B. gab es auf der drupa 2016 die Campus Avenue, einen gemeinschaftsstand der Hochschulen der Druck- und Medientechnik Deutschlands.

In diesem Rahmen ist vor kurzem eine Zusammenarbeit mit der Hochschule der Medien in Stuttgart entstanden, die 2018 den englischsprachigen Studiengang „Print Media Technologies“ (PMT) ins Leben gerufen hat. Damit soll jungen Interessenten eine praxisorientierte Ausbildung geboten werden, die sie auf den Einstieg in die globalisierte Druckbranche vorbereitet.

Wir haben zwei der PMT-Professoren Gunter Hübner und Volker Jansen (Studiengangsleiter) zu einem Interview getroffen. Der erste Teil des Interviews widmet sich der Frage, für wen der Studiengang „Print Media Technologies“ interessant ist.

Prof. Dr.-Ing. Gunter Hübner (links) & Prof. Dipl.-Ing. Volker Jansen (rechts)

drupa: Aus welchen Gründen sollten sich Abiturienten für den Studiengang Print Media Technologies entscheiden?

Hübner: Ein wichtiger Faktor ist dabei die Internationalität. Der englischsprachige Bachelorstudiengang Print Media Technologies, erlaubt es Menschen aller Kontinente an der Hochschule der Medien hier in Stuttgart zu studieren. Das ermöglicht ein technisches Studium im Rahmen eines internationalen Umfeldes, das nicht nur den Zugang zu neusten Technologien ermöglicht, sondern auch eine interkulturelle Kommunikationsbefähigung befördert.

Jansen: Besonderen Wert legen wir außerdem auf ein zukunftsweisendes Bildungsangebot. Zu unseren strategischen Zielen gehören die Bildung von Fach- und Führungskräften, die in einem internationalen Kontext agieren können und der Einsatz von neuen Lehr- und Prüfungsformen, die den Erwerb berufsqualifizierender Schlüsselqualifikationen im Rahmen international operierender Geschäftsfelder unterstützen. Die operativen Ziele setzen sich vor allem zusammen aus der Vermittlung fachspezifischer Kompetenzen zur eigenständigen Problemlösung, aus der Förderung des Ingenieurnachwuchses für die Print- und Verpackungsdruckindustrie sowie aus der Förderung der akademischen Bildung auf internationaler Ebene. Die medienspezifischen Kompetenzfelder gliedern sich in vier zukunftsweisende Bereiche:

  1. Pre-Media
    Graphic Media Design, Digital Photography, Pre-Press, CGI, Web Design, Programming, 3D – CAD und Multi-Channel Production
  2. Print Technologies
    Variable Data Printing, Packaging- und Industrial-Printing, Media Production, Rapid Prototyping (3D Printing)
  3. Post Press und Finishing
    Post Press Technologies, Technical Product Design, Finishing, Surface Decoration, Coating Technologies
  4. International Management
    Innovation Management, International Corporate Planning, Supply Chain Management, International Law, Human Resources, Project Planning, etc.

Dass der Studiengang Print Media Technologies komplett in englischer Sprache stattfindet, hat einen guten Grund: Die Printindustrie ist so international wie kaum ein zweiter Wirtschaftszweig. Durch die englischsprachige Ausrichtung des Studienganges, bereiten wir die Studierenden nicht nur auf die berufliche Zukunft im globalen Markt vor, wir fördern auch die wichtige interkulturelle Kommunikation. Alle Studierende, die sich für den Studiengang entschieden haben und deren Muttersprache nicht Deutsch ist, lernen während ihres Studiums verpflichtend Deutsch. Andersherum lernen deutsche Studierende verpflichtend spanisch, so dass alle Absolventen des Studiengangs Print Media Technologies nach Abschluss des Studiums dreisprachig sind.

drupa: Viele ihrer Studierenden sind Digital Natives oder aus der Generation Z: Orientieren sich die Studieninhalte an deren Mediennutzungsverhalten und Technikaffinität?

Hübner: Die Herausforderung an dem neuen Studiengang Print Media Technologies liegt in der Priorisierung relevanter medientechnischer Inhalte, die im internationalen Kontext in der Zukunft eine herausragende Stellung einnehmen werden. Dazu gehören neben den sich entwickelnden Pre-Media Technologies unter anderem Inhalte wie additive Fertigungsverfahren, also dem 3D-Druck sowie variable Datendrucksysteme, vor allem in den Bereichen des Industrial Printings mit den jeweiligen Workflow-Lösungen, Functional Printing Technologies, wie zum Beispiel gedruckte Elektronik und den Post Press Technologies. Das Mediennutzungsverhalten im Jahr 2040 wird sich vom heutigen Nutzungsverhalten wesentlich unterscheiden. Daher setzt der Studiengang vor allem auf die Schlüsseltechnologien, die zukünftig eine bedeutende Rolle spielen werden.

drupa: Wie wichtig sind Branchenveranstaltungen wie die drupa für Studierende?

Jansen: Gemäß Struktur- und Entwicklungsplan besteht das Hochschulziel in der konsequenten Stärkung und Förderung der Internationalisierung. Dieses Bestreben beruht auf zwei Säulen: Einerseits ist die Hochschule der Medien verpflichtet, sich in der internationalen Hochschul- und Forschungslandschaft zu positionieren, andererseits muss sie der Globalisierung in den Medienbranchen Rechnung tragen.

Hübner: Trägt man den Gedanken der globalisierten Medienbranche weiter, ist die drupa die wichtigste internationale Messe der Branche, die es den international Studierenden erlaubt, Industriekontakte in die ganze Welt zu knüpfen.

drupa: Networking oder Trendscouting: Was sollten Studierende, die die Gelegenheit haben, die drupa 2020 zu besuchen, sich nicht entgehen lassen?

Hübner: Wir raten unseren Studierenden, sich vor allen Dingen auf die Bereiche Media Production mit variablen Daten, dazu gehören beispielsweise Inkjet-Systeme, Rapid Prototyping im 3D-Druck sowie Post Press Technologies und Surface Decoration zu konzentrieren.

Jansen: Zwei weitere spannende Themen für unsere Studierende sind die Bereiche Industrielle Druckanwendungen und Multi-Channel Production.

Im zweiten Teil des Interviews mit Gunter Hübner und Volker Jansen von der Hochschule der Medien, dreht sich alles um die Inhalte des Studiengangs „Print Media Technologies“. Dieser erscheint hier in Kürze.

Bis dahin wollen wir von euch wissen: Kennt ihr ähnliche Hochschulen oder spielt ihr vielleicht jetzt sogar mit dem Gedanken, euch für diesen Studiengang einzuschreiben und wenn ja, warum? Teilt uns eure Antwort im Kommentarbereich mit!